Wie viel Watt sollte ein Slow Juicer haben?
Veröffentlicht 11. Oktober 2026 · zuletzt geprüft 11. Oktober 2026
600 Watt im Angebot, 150 Watt beim Markengerät: Welche Zahl ist die bessere? Hier steht, was Hersteller angeben, warum ein Slow Juicer mit wenig Watt auskommt und was die Wattzahl nicht verrät.
Kurz gesagt: Einem Slow Juicer reichen 100 bis 210 Watt. So viel nennen die Markenhersteller in unserem Vergleich; unter den 23 Geräten mit Wattangabe liegt der mittlere Wert bei 200 Watt. Zentrifugen haben oft ein Vielfaches, weil sie eine Reibscheibe auf viele tausend Umdrehungen pro Minute bringen. Die Pressschnecken in unserem Vergleich drehen sich laut Herstellern und Anbietern nur 37- bis 110-mal pro Minute. Dass mehr Watt mehr oder besseren Saft bringen, belegt kein Hersteller in unserem Vergleich. Zahlen über 210 Watt stehen dort nur in Angebotstexten.
Wie viel Watt haben Slow Juicer?
Von den 25 Geräten in unserem Vergleich nennen 23 eine Wattzahl. Am wenigsten braucht der Hurom H310A mit 100 Watt laut Hurom Europe. Bosch, Philips und Severin nennen für ihre Slow Juicer je 150 Watt, CASO nennt 200 Watt, Panasonic für den Panasonic MJ-L900 180 bis 210 Watt. Damit ist die Spanne der Markenhersteller abgesteckt: 100 bis 210 Watt.
| Gerät | Watt | U/min |
|---|---|---|
| AAOBOSI Slow Juicer laut Angebot | bis 600 | 50 |
| AMZCHEF Slow Juicer 600 W laut Angebot | 600 | – |
| Anybear Slow Juicer 350 W laut Angebot | 350 | – |
| ACOQOOS Slow Juicer laut Angebot | 300 | – |
| AMZCHEF SJ-036 laut Angebot | 250 | – |
| Panasonic MJ-L900 laut Hersteller | 180–210 | 55 |
| Anybear Slow Juicer 200 W laut Angebot | 200 | bis zu 65 |
| CASO Juice Fit laut Hersteller | 200 | 50–70 |
| Fretta Slow Juicer laut Angebot | 200 | – |
| Hurom H320N laut Hersteller | 200 | 50 |
| Kuvings AUTO10S laut Hersteller | 200 | 50 |
| Kuvings AUTO6 laut Hersteller | 200 | 60 |
| LINKChef Slow Juicer laut Angebot | 200 | 45 |
| Nutrilovers GREEN-PRESS MAX laut Hersteller | 200 | 60 |
| AMZCHEF Twin-Helix laut Angebot | 180 | – |
| AMZCHEF ZM1501 laut Shop des Anbieters | 150 | 90–110 |
| Bosch VitaExtract MESM731M laut Hersteller | 150 | 55 |
| Hurom H400 laut Hersteller | 150 | 90 |
| Panasonic MJ-L500 laut Hersteller | 150 | 45 |
| Philips HR1889/70 laut Hersteller | 150 | – |
| Severin ES 3571 laut Hersteller | 150 | – |
| Vandenberg Slow Juicer laut Angebot | 150 | – |
| Hurom H310A laut Hersteller | 100 | 37–43 |
| HOUSNAT Slow Juicer laut Angebot | – | unter 80 |
| TUUMIIST Slow Juicer laut Angebot | – | 60 |
Watt und Umdrehungen pro Minute laut der Quelle, die unter dem Gerät steht; „–“ heißt keine Angabe. Sortiert nach Watt. Die Belege stehen auf der jeweiligen Produktseite. Datenstand 02.10.2026.
Über 210 Watt liegen 5 Geräte, bis hin zu 600 Watt beim AAOBOSI Slow Juicer und beim AMZCHEF Slow Juicer 600 W. Bei allen steht die Zahl nur im Angebotstext. Bei 2 Geräten nennt die Quelle gar keine Wattzahl.
Warum Zentrifugen ein Vielfaches brauchen
Derselbe Hersteller, zwei Bauarten: Bosch gibt für die Zentrifuge VitaJuice 3 MES3500 einen Anschlusswert von 700 Watt an (Produktdaten), für den Slow Juicer Bosch VitaExtract MESM731M 150 Watt (Datenblatt). Bei Severin sind es rund 800 Watt für die Zentrifuge ES 3570 (Datenblatt) und 150 Watt für den Severin ES 3571 (Datenblatt).
Der Grund liegt in der Arbeitsweise. Eine Zentrifuge raspelt Obst und Gemüse mit einer Reibscheibe und schleudert den Saft heraus; Severin nennt für die ES 3570 eine maximale Drehzahl von rund 19.000 Umdrehungen pro Minute. Die Pressschnecke des Bosch VitaExtract dreht sich laut Datenblatt 55-mal pro Minute. Leistung ist Drehmoment mal Drehzahl: Wer langsam dreht, bekommt aus wenig Watt viel Kraft an der Schnecke.
Eine Überschlagsrechnung zeigt die Größenordnung. Drehmoment = Leistung geteilt durch (2 × π × Drehzahl ÷ 60). Für 150 Watt bei 55 Umdrehungen pro Minute ergibt das rund 26 Newtonmeter, für 800 Watt bei 19.000 Umdrehungen rund 0,4 Newtonmeter. Das sind rechnerische Obergrenzen, keine Herstellerangaben: Ein Teil der Leistung geht in Motor und Getriebe verloren, und ob die volle Leistung bei der genannten Drehzahl anliegt, sagen die Datenblätter nicht. Die Richtung ist trotzdem klar. Der Slow Juicer setzt seine wenigen Watt in Kraft um, die Zentrifuge ihre vielen in Tempo. Deshalb lassen sich die Wattzahlen der beiden Bauarten nicht miteinander vergleichen.
Was die Wattzahl angibt
Die Wattzahl beschreibt, wie viel elektrische Leistung das Gerät aus der Steckdose aufnimmt, nicht, wie viel Kraft an der Schnecke ankommt. CASO führt die 200 Watt des CASO Juice Fit in der Anleitung als „Leistungsaufnahme“, Bosch die 150 Watt des VitaExtract als „Anschlusswert“. Ein Drehmoment steht in keinem der Datenblätter von Bosch und Severin, die wir für diesen Ratgeber ausgewertet haben.
Bringt mehr Watt mehr Saft?
Dafür gibt es keinen Beleg. Kein Hersteller in unserem Vergleich zeigt, dass mehr Watt mehr oder besseren Saft bringen. Auch unabhängige Prüfer rechnen nicht mit der Wattzahl. Im Qualitätsurteil der Stiftung Warentest zählten in test 8/2013 das Entsaften mit 40 %, die Handhabung mit 30 % sowie Haltbarkeit, Lautstärke und Sicherheit mit je 10 %. Die britische Verbraucherorganisation Which? bewertet nach eigenen Angaben, wie viel Saft ein Entsafter liefert und wie leicht er sich bedienen und reinigen lässt. In den Steckbriefen dort stehen Gewicht, Maße, Schachtweite und Kabellänge, eine Wattzahl steht dort nicht.
Was die Saftmenge bestimmt, ist das einzelne Gerät, nicht eine Kennzahl auf dem Typenschild. Die Zahlen der Stiftung Warentest dazu stehen im Ratgeber Entsafter oder Slow Juicer? In unsere Wertung geht die Wattzahl deshalb nicht ein, wir zeigen sie nur an. Die Begründung steht in der Methodik.
600 Watt im Angebot: Wie belastbar sind solche Zahlen?
Die 5 Geräte über 210 Watt haben ihre Zahl ausnahmslos aus dem Angebotstext, nicht aus einem Datenblatt. Beim AAOBOSI Slow Juicer schreibt das Angebot selbst von einem „DC-Motor mit bis zu 600 W“. Das ist eine Obergrenze. Wie viel das Gerät im normalen Betrieb aufnimmt, sagt das Angebot nicht.
Dass Wattangaben durcheinandergehen, kommt auch bei Markengeräten vor. Die Herstellerseite des Nutrilovers GREEN-PRESS MAX nennt im Untertitel 800 Watt, in den technischen Details 200. Der Amazon-Titel des Hurom H310A nennt 150 Watt, den Wert der US-Ausführung; Hurom Europe gibt für die 230-Volt-Version 100 Watt an. Wir führen in beiden Fällen den Wert aus den technischen Daten des Herstellers. Weitere Fälle stehen in der Kaufberatung.
Für den Kauf heißt das: Eine hohe Wattzahl im Angebot ist kein Qualitätsmerkmal. Und wer eine Obergrenze aus einem Angebot mit dem Anschlusswert aus einem Datenblatt vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Dinge.
Was kostet der Strom?
Fast nichts. Beispiel CASO Juice Fit: 200 Watt, zehn Minuten Betrieb. Das sind 0,2 Kilowatt mal ein Sechstel Stunde, also 0,033 Kilowattstunden. Bei 37 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnitt für Haushalte 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse (Stand August 2026), kostet das rund 1,2 Cent. Wer ein Jahr lang jeden Tag zehn Minuten entsaftet, kommt auf rund 12,2 Kilowattstunden und etwa 4,50 Euro.
Über das ganze Feld gerechnet kosten zehn Minuten zwischen 0,6 Cent bei 100 Watt, dem niedrigsten Wert im Vergleich, und 3,7 Cent bei 600 Watt, dem höchsten. Selbst eine Zentrifuge mit 800 Watt käme in zehn Minuten nur auf knapp 5 Cent. Das ist unsere Rechnung aus den Wattangaben, sie nimmt an, dass der Motor die ganze Zeit die volle Leistung aufnimmt. Einen Verbrauch je Liter Saft nennt keine der Quellen. Der Strom taugt also nicht als Kaufgrund, in keine Richtung.
Worauf es statt der Wattzahl ankommt
- Einfüllart: Eine große Öffnung oder ein Trichter spart das meiste Vorschneiden. Was die Bauarten unterscheidet, erklärt der Ratgeber Slow Juicer: große Öffnung, klassisch oder horizontal?
- Reinigung: Sie fällt nach jedem Entsaften an. Welche Geräte in die Spülmaschine dürfen, steht im Ratgeber Slow Juicer reinigen.
- Garantie: Wie lange der Hersteller für sein Gerät einsteht, steht auf jeder Produktseite.
- Laufzeit am Stück: Die Anleitung begrenzt, wie lange der Motor ohne Pause laufen darf. Der Severin ES 3571 soll laut Anleitung nach 15 Minuten Betrieb 30 Minuten abkühlen, der CASO Juice Fit nach höchstens 20 Minuten 10 Minuten.
Die ersten drei Punkte gehen in unsere Wertung ein, Watt und Drehzahl nicht. Wie die Punkte entstehen, steht in der Methodik.
Slow Juicer in unserem Vergleich
Klassensieger in unserem Vergleich sind derzeit der Anybear Slow Juicer 200 W in der Standardklasse (99 Punkte) und der Hurom H320N in der Oberklasse (99 Punkte). Alle 25 Geräte stehen nebeneinander im Vergleich. Was hinter Testsieger-Siegeln steckt, klärt der Ratgeber Slow Juicer bei Stiftung Warentest.
Häufige Fragen
Wieviel Watt sollte ein Slow Juicer haben?
Die Markenhersteller in unserem Vergleich nennen 100 bis 210 Watt, der mittlere Wert aller Geräte mit Angabe liegt bei 200 Watt. Eine Mindestwattzahl nennen weder die Stiftung Warentest noch Which? in ihren Ratgebern. Wichtiger sind Einfüllart, Reinigung und Garantie.
Sind 150 Watt für einen Slow Juicer zu wenig?
Nein, das ist ein üblicher Wert. Bosch, Philips, Panasonic und Severin nennen für Slow Juicer in unserem Vergleich 150 Watt, Hurom für den Hurom H310A sogar nur 100. Die Schnecke dreht langsam, deshalb reicht wenig Leistung für viel Kraft.
Warum hat ein Entsafter mit Zentrifuge so viel mehr Watt?
Weil er auf Tempo ausgelegt ist. Severin nennt für die Zentrifuge ES 3570 rund 800 Watt und eine maximale Drehzahl von rund 19.000 Umdrehungen pro Minute, Bosch für die VitaJuice 3 MES3500 einen Anschlusswert von 700 Watt. Die Slow Juicer beider Hersteller in unserem Vergleich haben 150 Watt. Vergleichen lassen sich die Wattzahlen der beiden Bauarten deshalb nicht.
Bringt mehr Watt mehr Saft?
Das ist nicht belegt. Kein Hersteller in unserem Vergleich zeigt einen Zusammenhang, und im Qualitätsurteil der Stiftung Warentest von 2013 kam die Wattzahl nicht vor. Gewertet wurden Entsaften, Handhabung, Haltbarkeit, Lautstärke und Sicherheit.
Wie viel Strom verbraucht ein Slow Juicer?
Sehr wenig. Ein Gerät mit 200 Watt nimmt in zehn Minuten 0,033 Kilowattstunden auf. Bei 37 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnitt 2026 laut BDEW, sind das rund 1,2 Cent, bei täglichem Entsaften etwa 4,50 Euro im Jahr. Das ist eine Rechnung aus der Wattangabe, kein Verbrauchswert eines Herstellers.
Was bedeutet „bis zu 600 Watt“ in einem Angebot?
Eine Obergrenze, keinen Wert für den normalen Betrieb. In unserem Vergleich stehen alle Zahlen über 210 Watt nur in Angebotstexten. Mit dem Anschlusswert aus dem Datenblatt eines Markenherstellers lässt sich so eine Zahl nicht vergleichen.
Quellen
- Stiftung Warentest: Entsafter: 15 Pressen und Zentrifugen im Test, test 8/2013, Artikel vom 09.08.2013 (Archivkopie vom 10.09.2013)
- Stiftung Warentest: Testergebnisse Entsafter 08/2013 (Archivkopie vom 18.05.2021)
- Stiftung Warentest: Obst und Gemüse entsaften – Nicht nur was für Saftläden (Ratgeber), aktualisiert am 29.08.2026
- Which?: How to buy the best juicer, aktualisiert am 23.06.2026
- Bosch: Produktdaten VitaJuice 3 MES3500 und Datenblatt VitaExtract MESM731M, ohne Datum, abgerufen am 11.10.2026
- Severin: Datenblatt ES 3570, Stand 10.06.2026; Datenblatt ES 3571, Stand 06.03.2026; Gebrauchsanleitung ES 3571, 03/2026
- CASO: Bedienungsanleitung 3512, Stand 06.03.2025 (laut Dateiname)
- Hurom Europe: H310A, ohne Datum, abgerufen am 01.10.2026
- Nutrilovers: Slow Juicer GREEN-PRESS MAX Edelstahl, ohne Datum, abgerufen am 02.10.2026
- BDEW: BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, 21.08.2026
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