Slow Juicer oder Mixer? Saft und Smoothie im Vergleich

Veröffentlicht 15. Oktober 2026 · zuletzt geprüft 15. Oktober 2026

Beide Geräte machen aus Obst und Gemüse etwas zum Trinken, aber nicht dasselbe. Hier steht, was im Glas landet, was Ernährungsfachleute dazu sagen und wann sich welches Gerät lohnt.

Kurz gesagt: Ein Slow Juicer presst den Saft heraus und trennt die festen Bestandteile als Trester ab. Ein Mixer püriert alles, was hineinkommt, meist mit etwas Flüssigkeit, zu einem Smoothie. Für Saft aus Äpfeln, Karotten, Sellerie oder Roter Bete ist der Entsafter gebaut, mit dem Mixer geht das nur über den Umweg durchs Sieb. Beeren, Bananen und Mangos verarbeitet laut Stiftung Warentest der Mixer besser. Gesünder als ganzes Obst ist keins von beiden: Säfte und Smoothies liefern laut DGE weniger Ballaststoffe und sättigen schlechter.

Was im Glas landet

Ein Slow Juicer zerquetscht Obst und Gemüse mit einer Pressschnecke, so beschreibt es die Stiftung Warentest in ihrem Ratgeber Obst und Gemüse entsaften. Der Saft fließt ab, die festen Reste landen als Trester in einem eigenen Behälter. Ein Mixer trennt nichts. Für einen Smoothie werden laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zwei bis drei Obstarten klein geschnitten und mit einer Flüssigkeit püriert, etwa Wasser, Milch, Pflanzendrink oder ungesüßtem Früchtetee, im Verhältnis 70 zu 30. Heraus kommt ein dickflüssiger Drink, in dem alles steckt, was in den Mixer kam.

MerkmalSlow JuicerMixer
ErgebnisSaftSmoothie
Feste Teileals Trester abgetrenntmitpüriert
StärkenÄpfel, Karotten, Sellerie, Rote BeteBeeren, Bananen, Mangos

Stärken laut Stiftung Warentest, Ratgeber „Obst und Gemüse entsaften“, aktualisiert am 29.08.2026.

Was ist gesünder: Saft oder Smoothie?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ordnet beide ähnlich ein. Nach ihren Empfehlungen Gut essen und trinken, gültig seit März 2024, bringen Säfte wie Smoothies weniger Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe mit als ganzes Obst und machen weniger satt. Smoothies enthalten laut DGE zudem weniger Wasser als Saft und haben deshalb meist mehr Zucker und eine höhere Energiedichte.

Beim Ballaststoff liegt der Unterschied im Trester. Das BZfE schreibt, gekaufter Gemüsesaft enthalte im Vergleich zu frischem Gemüse kaum noch Ballaststoffe, weil die festen Rückstände nach dem Entsaften nicht in die Verpackung gelangen. Im Slow Juicer bleiben diese Rückstände als Trester im Behälter. Smoothies liefern laut BZfE dagegen eine Extraportion Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Wegen ihres Kaloriengehalts taugen sie aber nicht als Durstlöscher, und knackiges frisches Obst bleibt die bessere Wahl, auch weil man kauen muss und dadurch länger satt ist.

Bleibt die Menge. Zu den täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse können laut DGE im Laufe der Woche zusätzlich zwei Gläser Obst- oder Gemüsesaft zu je 200 ml kommen, etwa frisch zum Frühstück oder als Schorle aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser. Saft kommt in dieser Rechnung zu den fünf Portionen hinzu. Ob Saft aus dem Slow Juicer mehr Vitamine enthält als aus einer Zentrifuge, ist nicht belegt; die Studienlage steht im Ratgeber Entsafter oder Slow Juicer?

Wofür sich der Slow Juicer eignet

Für Saft aus festem, wasserreichem Obst und Gemüse. Äpfel, Birnen, Trauben, Karotten, Sellerie, Rote Bete und Gurken nennt die Stiftung Warentest als besonders gut geeignet, und Saftpressen kämen auch mit Kräutern und Gräsern zurecht. Wer Selleriesaft oder Karottensaft statt eines Pürees trinken will, ist beim Entsafter richtig. Was hinein darf und was du vorher schälen oder entkernen musst, steht im Ratgeber Was kann man entsaften?

Manche Slow Juicer können mit Zusatzsieb mehr als Saft. Kuvings nennt für den Kuvings AUTO10S ein separates Filter-Set für Smoothies und Sorbet. Hurom beschreibt in seiner FAQ das grobe Sieb, das manchmal Smoothie-Sieb heiße: Es ergebe dickflüssigeren Saft mit mehr Fruchtfleisch. Ob das Ergebnis einem Smoothie aus dem Mixer entspricht, sagen die Hersteller nicht. Mit Sorbet-Einsatz wird aus gefrorenem Obst eine sorbetartige Masse, etwa beim Bosch VitaExtract MESM731M oder beim Severin ES 3571. Nussmilch geht laut CASO nur mit eingeweichten Nüssen.

Wofür sich der Mixer eignet

Für weiche und stärkehaltige Früchte. Beeren, Bananen und Mangos lassen sich laut Stiftung Warentest im Mixer besser zubereiten als mit Zentrifugen und Pressen. Viele Slow-Juicer-Anleitungen raten bei Bananen ohnehin ab oder lassen sie nur gemischt zu. Die Stiftung Warentest hat 2024 insgesamt 16 Mixer und Smoothie-Maker getestet; nach ihren Angaben waren je zwei Modelle gut.

Für grüne Smoothies empfiehlt das BZfE, Obst mit frischem Gemüse wie Spinat, Mangold, Rucola oder Gurke zu ergänzen und den grünen Anteil je nach Verträglichkeit nach und nach zu steigern. Das BfR rät in seinen Fragen und Antworten, dafür nur Pflanzenteile zu verwenden, die üblicherweise roh gegessen werden, und die Zutaten gründlich zu waschen.

Saft ohne Entsafter: Geht das mit dem Mixer?

Ja, mit Umweg. Das BZfE beschreibt in einer Pressemeldung vom 22.04.2026, wie man Gemüsesaft selbst macht: Zutaten zerkleinern, mit Wasser pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Der Saft ist danach mit Wasser verdünnt. Ein Entsafter trennt Saft und Trester ohne Wasser und ohne Sieben von Hand. Für Orangen, Zitronen und Grapefruits hält die Stiftung Warentest ohnehin eine Zitruspresse für am effektivsten.

Wie lange halten Saft und Smoothie?

Am besten trinkst du beides sofort. Das rät die Stiftung Warentest für frisch gepressten Saft, weil er schnell verderben kann. Grüne Smoothies sollen laut BfR bis zum Verzehr bei höchstens 7 °C lagern und am Tag der Herstellung getrunken werden; von längerer Aufbewahrung im Kühlschrank rät das BfR ab. Für selbst gemachten Saft nennt das BZfE in einer verschlossenen Glasflasche im Kühlschrank etwa zwei bis drei Tage, CASO in der Anleitung zum CASO Juice Fit 48 Stunden. Wer Saft als Vorrat will, muss ihn laut Stiftung Warentest pasteurisieren, zum Beispiel 20 Minuten bei 75 Grad im Wasserbad.

Welches Gerät passt zu dir?

  • Du willst Saft aus Äpfeln, Karotten, Sellerie oder Roter Bete: Slow Juicer.
  • Du magst es sämig, mit Bananen, Beeren oder Mango: Mixer.
  • Dir geht es um Ballaststoffe und Sättigung: ganzes Obst und Gemüse. Laut DGE und BZfE sättigt es besser als Saft oder Smoothie.
  • Du willst auch Sorbet oder Nussmilch: ein Slow Juicer mit Sorbet-Einsatz oder Filter-Set. Was beiliegt, steht auf jeder Produktseite.
  • Du presst vor allem Orangen: laut Stiftung Warentest eine Zitruspresse.

Slow Juicer in unserem Vergleich

Unser Vergleich führt nur Slow Juicer, Mixer stehen nicht darin. Klassensieger sind derzeit der Anybear Slow Juicer 200 W in der Standardklasse (99 Punkte) und der Hurom H320N in der Oberklasse (99 Punkte). Alle 24 Geräte stehen nebeneinander im Vergleich. Ob es ein Slow Juicer oder eine Zentrifuge sein soll, klärt der Ratgeber Entsafter oder Slow Juicer?

Häufige Fragen

Was ist besser: Slow Juicer oder Mixer?

Das hängt davon ab, was du trinken willst. Der Slow Juicer macht Saft und trennt die festen Bestandteile ab, der Mixer püriert alles zu einem Smoothie. Für Äpfel, Karotten, Sellerie und Rote Bete ist der Entsafter gebaut, Beeren, Bananen und Mangos verarbeitet laut Stiftung Warentest der Mixer besser.

Was ist gesünder: Saft oder Smoothie?

Keins von beiden ist so gut wie ganzes Obst. Laut DGE liefern Säfte und Smoothies weniger Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe und sättigen schlechter; Smoothies haben zudem meist mehr Zucker und Energie als Saft. Das BZfE schreibt, Smoothies lieferten Ballaststoffe, gekaufter Gemüsesaft dagegen kaum, weil die festen Rückstände beim Entsaften abgetrennt werden.

Kann man mit einem Slow Juicer Smoothies machen?

Nur eingeschränkt. Manche Hersteller legen ein Smoothie- oder Sorbet-Sieb bei, Kuvings etwa nennt für den Kuvings AUTO10S ein separates Filter-Set. Hurom beschreibt das Ergebnis seines Smoothie-Siebs als dickflüssigeren Saft mit mehr Fruchtfleisch. Einen Smoothie, bei dem ganzes Obst mit Flüssigkeit püriert wird, macht der Mixer.

Kann man mit dem Mixer Saft machen?

Ja, mit Sieb. Das BZfE beschreibt es so: Zutaten zerkleinern, mit Wasser pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Der Saft ist dann mit Wasser verdünnt. Ein Entsafter trennt Saft und Trester ohne diesen Zwischenschritt.

Selleriesaft: Entsafter oder Mixer?

Für reinen Selleriesaft der Entsafter, weil er die Fasern als Trester abtrennt. Im Mixer geht es nur mit Wasser und anschließendem Abseihen. CASO rät beim Slow Juicer, Sellerie klein zu schneiden und mit saftigen Zutaten zu mischen.

Wie viel Saft empfiehlt die DGE?

Zu den täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse können laut DGE im Laufe der Woche zusätzlich zwei Gläser Obst- oder Gemüsesaft zu je 200 ml kommen. Das BZfE rät, Saft nur in Maßen zu trinken oder als Schorle aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser.

Gibt es Entsafter und Mixer in einem Gerät?

In unserem Vergleich stehen nur Slow Juicer. Einige bringen Zusatzsiebe für Smoothie oder Sorbet mit, etwa der Kuvings AUTO10S laut Kuvings. Was jedem Gerät beiliegt, steht auf seiner Produktseite.

Quellen